Interview mit Britta Weber, Ehrenamtliche im Friedensheim

Ein Pfleger beugt sich zu einer älteren Frau hinunter. Diese lächelt zurück.

22. Januar 2025

“Jeder Besuch zählt”

Einleitung

Wie sind Sie zum Ehrenamt im Friedensheim gekommen?

2019 habe ich angefangen – durch die Mutter einer Freundin, die im Friedensheim lebte. Ich kannte sie noch aus meiner Kindheit und habe sie regelmäßig besucht. Darauf hat sich mein Ehrenamt entwickelt. Auch nach ihrem Tod bin ich geblieben. Ich gehe ein- bis zweimal pro Woche hin, weil ich spüre, wie wichtig es ist, für andere da zu sein – besonders, wenn sie keine Angehörigen mehr haben.

Was machen Sie bei Ihren Besuchen?

Ich begleite zwei Damen auf der Demenzstation. Mit einer singe ich alte Lieder, die sie noch kennt – das bringt sie immer so zum Strahlen. Der anderen lese ich Geschichten vor und wir schauen uns zusammen Bücher mit alten Bildern an. Ich überlege mir immer für jede Person individuell, was ihr Freude bereitet und versuche, schöne Momente für uns beide zu schaffen. Auch wenn die Erinnerung schnell verblasst – das Glück im Moment zählt.

Was motiviert Sie zu Ihrem Ehrenamt?

Ich möchte der älteren Generation etwas zurückgeben – sie hat nach dem Krieg viel ausgebaut. Das ist für mich selbstverständlich. Auch mein christlicher Glaube spielt eine Rolle: Für andere da zu sein ist mir wichtig. Gleichzeitig merke ich, dass meine Hilfe im Heim geschätzt wird, von Bewohner*innen und Hauptamtlichen. Das motiviert mich sehr.

Was würden Sie neuen Ehrenamtlichen raten?

Nicht zu viel erwarten – gerade bei demenzerkrankten Menschen. Es geht nicht darum, erkannt zu werden, sondern da zu sein. Oft reicht schon ein kurzer Besuch, ein Gespräch oder ein Spaziergang. Die Freude der Bewohner*innen und die Dankbarkeit des Pflegepersonals sind unglaublich motivierend. Und schon ein kurzer Besuch kann den Tag eines Menschen heller machen.

Und was gibt Ihnen das Ehrenamt zurück?

Sehr viel. Ich bekomme Nähe, Geschichten und echte Momente. Es ist erfüllend, wenn man sieht: Meine Anwesenheit tut jemandem gut. Manchmal ist es nu ein Lächeln oder ein kleiner Lichtblick im Alltag – aber das bedeutet alles. Es zeigt, wie wertvoll Zeit und Aufmerksamkeit sind.

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Ihre Ansprechpersonen

Beatrix Wieß

Ehrenamtsbeauftragte

Jana Weitkamp

Ehrenamtsbeauftragte