07.10.2025

Fachvortrag im Hohberghaus Bretten zum Thema „Ganzheitliche Gesundheit“

Mann steht vor einem Publikum und hält eine Rede. Neben ihm steht ein Board mit handschriftlichen Stichpunkten.

Prävention statt Rehabilitation

Der Badische Landesverein (BLV) lud am Dienstag, den 07. Oktober 2025, zu einem Fachvortrag mit anschließendem Austausch ins Hohberghaus Bretten ein. Im Mittelpunkt des Abends stand das Thema „Ganzheitliche Gesundheit – psychisches und körperliches Wohlbefinden für eine gesunde Zukunft“ mit Referent Christoph Boswyk, Systemischer Therapeut und Berater aus Bretten.

Psychische Erkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet – und werden nicht selten chronisch. Seit vielen Jahren beteiligt sich das Hohberghaus mit Fachvorträgen am Tag der seelischen Gesundheit. Christoph Röckinger, Einrichtungsleitung des Hohberghauses, betonte in seiner Begrüßungsrede, wie wichtig es sei, sich bewusst Zeit zu nehmen, um über die eigene Gesundheit nachzudenken. In einer Zeit, die von Hektik, beruflichen Anforderungen und globalen Krisen geprägt ist, werde es immer bedeutender, den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche wahrzunehmen.

Resilienz ist erlernbar

Ausgehend von der Frage, warum manche Menschen krank werden und andere trotz gleicher Belastung gesund bleiben, stellte Referent Christoph Boswyk in seinem Vortrag die Bedeutung der Prävention heraus. Dabei verwies er auf das Zusammenspiel zahlreicher Faktoren – genetische Veranlagung, Persönlichkeit, soziales Umfeld, erlebte Erfahrungen und Traumata, Lebensstil und individuelle Belastbarkeit. Entscheidend sei die Resilienz, also die seelische Widerstandskraft, die erlernbar und trainierbar ist.

Boswyk machte deutlich, dass Gesundheit ein Zusammenspiel vieler Ebenen ist und dass Symptome immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden sollten. Ganzheitliche Medizin bedeute, körperliche, psychische und soziale Faktoren gleichermaßen einzubeziehen – und nicht lediglich einzelne Symptome zu behandeln.

Mann steht neben einer Schautafel mit Notizen und erklärt diese.

Wieviel Vitamin D ist zu wenig, wieviel zu viel? Referent Christoph Boswyk beantwortete nach seinem Vortrag Fragen aus dem Publikum – detailliert und praxisnah.

Zentrale Säulen der ganzheitlichen Gesundheit

Boswyk empfahl daher allen, zunächst den allgemeinen Gesundheitszustand untersuchen zu lassen. In seiner Praxis bietet er zudem an, verschiedene Werte testen zu lassen. Liegen diese vor, kann man gezielt supplementieren. Aber: „Die Gesellschaft hat kein Wissens-, sondern ein Umsetzungsproblem“, betonte Boswyk.

Detailliert und praxisnah zeigte Boswyk daher auf, welche Bereiche zur ganzheitlichen Gesundheit beitragen und wie man diese gezielt fördern kann. Boswyk bezog sich dabei auf aktuelle Forschungsergebnisse und stellte die sechs Säulen Mikronährstoffe, Ernährung, Bewegung, Mentale Gesundheit und Stressmanagement, Schlaf sowie Werte und Haltungen vor.

Ernährung, Bewegung und Regeneration

Bei den Mikronährstoffen seien besonders Vitamin D, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren entscheidend für die psychische Stabilität und Entzündungsregulation. Boswyk zeigte die idealen Werte an und empfahl, Vitamine und Mineralstoffe gezielt zuzuführen, sofern die eigenen Werte von den empfohlenen abweichen.

Auch die Rolle der Ernährung stellte Boswyk heraus. Eine antientzündliche, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und gesunden Eiweißen und Fetten könne das Immunsystem stärken und Krankheiten wie Adipositas und Diabetes vorbeugen. Besonders Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte und Alkohol sollten reduziert werden. „Zucker macht alt, grau und dick“, so Boswyk.

Bewegung sei ebenfalls unverzichtbar, um gesund zu bleiben. „Sitzen ist das neue Rauchen“, so Boswyk. Regelmäßige, freudvolle Bewegung – idealerweise täglich 30 Minuten – fördere die Sauerstoffversorgung und das Wohlbefinden. Besonders positiv wirke Bewegung in der Natur.

Viele Menschen, jung und alt, sitzen auf Holzstühlen und hören einem Vortrag im Hohberghaus zu.

Großes Interesse am Vortrag zum Thema Ganzheitliche Gesundheit im Hohberghaus.

Beim Bereich „Mentale Gesundheit und Stressmanagement“ stellte Boswyk eindrucksvoll dar, wie verbreitet stressbedingte Überlastung ist. 68% der Menschen seien nach aktuellen Studien chronisch müde und erschöpft, 48% litten unter Schlafstörungen.

Ursachen seien oft fehlende Erholungsphasen und ständige Erreichbarkeit durch digitale Medien. Boswyk riet dazu, regelmäßige Pausen, bewusste Regeneration und auch Langeweile zuzulassen, um mentale Stärke zu fördern. „Wirklich alle Menschen werden bei längerem Stresserleben irgendwann krank“, betonte Boswyk.

Schlaf stelle die wichtigste Regenerationsphase dar und sei daher unverzichtbar. Während in der ersten Nachthälfte der Körper regeneriere, finde in der zweiten Phase die psychische Erholung statt. „80% der Menschen benötigen sieben bis acht Stunden Schlaf – sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend bekommen“, rief Boswyk die Zuhörenden auf.

Abschließend ging es noch um den Bereich Werte und Haltungen. So beeinflussen tief verankerte persönliche Werte unbewusst das Verhalten im Alltag. Manchmal sei es hilfreich, eingefahrene Denkmuster zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie förderlich oder belastend wirken.

Prävention statt Rehabilitation

Boswyk machte deutlich, dass lang andauernder Stress immer gesundheitliche Folgen hat, aber auch Chancen bietet: „Krisen können Menschen stärken, wenn sie richtig damit umgehen.“ Gesundheit bedeute nicht, möglichst alt zu werden, sondern bis ins hohe Alter fit und lebensfroh zu bleiben. Präventive Maßnahmen und ein an den obigen Empfehlungen ausgerichteter Lebensstil schafften dafür gute Voraussetzungen.

Vier Personen stehen nebeneinander, hinter ihnen ein Aufsteller mit Logo des BLV. Von links nach rechts: Christoph Röckinger (Einrichtungsleitung Hohberghaus), Jessica Seitz (stellv. Einrichtungsleitung Hohberghaus), Referent Christoph Boswyk, Andreas Gerlach (Bereichsleitung ambulante und präventive Hilfen).

Von links nach rechts: Christoph Röckinger (Einrichtungsleitung Hohberghaus), Jessica Seitz (stellv. Einrichtungsleitung Hohberghaus), Referent Christoph Boswyk, Andreas Gerlach (Bereichsleitung ambulante und präventive Hilfen).

Referent Christoph Boswyk führt seit über neun Jahren eine psychotherapeutische Praxis in Bretten und leitet seit 2024 ein Institut zur Ausbildung systemischer Therapeutinnen und Therapeuten. Neben seiner Praxistätigkeit ist Boswyk auch als ganzheitlicher Gesundheitsberater für Unternehmen tätig.

Über die Einrichtung

Außenansicht des Hohberghauses in Bretten.

Hohberghaus

Pforzheimer Straße 113, 75015 Bretten

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Christoph Röckinger

Einrichtungsleitung Hohberghaus